Erste Hilfe für die Seele in der Traumaambulanz Rostock

Bildunterzeile: Dr. Roland Wandschneider (1.v.li.), Alexander Arens (2.v.li), Gerit Möckel (3.v.li.), Dr. Thomas Reinbold (4.v.li.), Arnfred Wittsieker (5.v.li.), Daniela Becker (3.v.re.), Arne Hermann Stopsack (2.v.re.) und Gerhard Stauff (1.v.re.)

Einen weiteren Informationsbesuch anlässlich ihrer Klausurtagung statteten die Mitglieder des FDP-FW-Fraktionsarbeitskreises Gesundheit um ihren Fraktionsarbeitskreisleiter Dr. Thomas Reinbold und dem FDP-FW-Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack der Traumaambulanz am Zentrum für Nervenheilkunde in Rostock-Gehlsheim (eine Kooperation der Universitätsklinik Rostock und dem Land Mecklenburg-Vorpommern) ab. In dem zweistündigen Fachgespräch mit dem Leiter der Traumaambulanz Dr. Roland Wandschneider, der Psychotherapeutin Daniela Becker und der leitenden Krankenschwester der Ambulanz Gerit Möckel erfuhren die LWL-Politiker viel über das therapeutische Angebot der Einrichtung, die 2013 eröffnet wurde. Dieses richtet sich an Menschen, die Opfer einer Gewalttat wurden. Hier erfahren sie schnelle Hilfe, die den ersten Schock mildert.

Nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) haben diese wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen einen Anspruch auf Versorgung. Die Traumaambulanz in Rostock-Gehlsheim bietet den Gewaltopfern eine qualifizierte Untersuchung und Beratung an, um eine chronische Erkrankung, die auf den psychischen Spätfolgen einer Gewalttat beruhen könnte, zu vermeiden. Während es bei niedergelassenen Therapeuten oder der Psychiatrie bisweilen sehr lange dauern kann, einen Termin zu bekommen, erhalten Opfer von Gewalttaten in der Traumaambulanz in Rostock-Gehlsheim möglichst frühzeitig einen Behandlungstermin. Im Rahmen von bis zu fünf Sitzungen wird dort geklärt, ob eine psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit besteht und die Gesundheitsstörung auf eine Gewalttat im Sinne des OEG zurückzuführen ist. Bei einer erforderlichen Akuttherapie können bis zu zehn weitere Sitzungen anberaumt werden.

„Viele Opfer von Gewalttaten verfügen  über eine erstaunliche Fähigkeit, mit den belastenden Ereignissen selbst fertig zu werden. Unser Zuhören im Gespräch und das beobachtende Abwarten ist nach einer traumatisierenden Erfahrung oftmals besser als ein sofortiges starkes Eingreifen unsererseits“, erläuterte Dr. Wandschneider. Im Anschluss an das Gespräch erfolgte eine Führung über das weitläufige Gelände der Klinik, bei der Dr. Wandschneider auch auf die über 100-jährige Geschichte der Klinik näher einging.



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