Der LWL: Gemeinsam für ein starkes Westfalen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übernimmt als Höherer Kommunalverband Aufgaben für alle Städte und Kreise in Westfalen-Lippe, die die Kommunen nicht alleine leisten könnten. Weil der LWL sich über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg einsetzt, schafft er gleichwertige Lebensverhältnisse und Qualitätsstandards in ganz Westfalen-Lippe. Er vertritt die Interessen der Region und ihrer rund 8,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger überall dort, wo es sinnvoll und notwendig ist – auch auf Landes- oder Bundesebene.

Wie funktioniert der LWL?

Der LWL hat als Kommunalverband 27 Mitglieder, für die er im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung regionale Aufgaben wahrnimmt: die neun kreisfreien Städte und die 18 Kreise in Westfalen-Lippe, zu denen wiederum 231 einzelne Gemeinden gehören. Sie finanzieren über die so genannte Landschaftsumlage, die sich aus jährlichen Mitgliedsbeiträgen speist, den LWL-Haushalt. Die Mitgliedskörperschaften wiederum profitieren von den Leistungen und Angeboten des LWL.

Wie wird der LWL gesteuert?

Auf der einen Seite gibt es eine Verwaltung mit dem Landesdirektor an der Spitze, auf der anderen Seite gibt es eine politische Vertretung, die Landschaftsversammlung, die auch als „Westfalenparlament“ bezeichnet wird.

Wie setzt sich die Landschaftsversammlung zusammen?

Die Mitglieder der Landschaftsversammlung werden von den Vertretungen der Mitgliedskörperschaften, den 18 Kreistagen und neun Räten der kreisfreien Städte, gewählt. Aus jeder kreisfreien Stadt und jedem Kreis zieht je 100.000 Einwohner eine Vertreterin bzw. ein Vertreter in die Landschaftsversammlung ein. Die Parteien sind in der Landschaftsversammlung genauso stark vertreten, wie sie westfalenweit bei den Kommunalwahlen abgeschnitten haben, weshalb nach der Wahl in den Mitgliedskörperschaften ein Verhältnisausgleich stattfindet.

Insgesamt hat das Parlament des LWL in der Wahlperiode 2025-2030 114 Sitze. Die CDU bleibt dabei die stärkste Fraktion mit 39 Sitzen, die SPD hat 27 Sitze, die AfD hat 18 Sitze die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen 14. Sechs Sitze entfallen auf die Linke, wobei sich zusätzlich der Vertreter der Tierschutzpartei sowie der von DerPartei der Fraktion angeschlossen haben. Die FDP stellt vier Abgeordnete, die Freien Wähler zwei. Ferner ist ein Mitglied vom BSW in der Landschaftsversammlung als Einzelvertreter.

Welche Aufgaben hat die Landschaftsversammlung?

Die wichtigste Aufgabe der Landschaftsversammlung ist die Verabschiedung des Haushalts, der ein Volumen von ca. 4,5 Mrd. Euro hat und die Verabschiedung der Wirtschaftspläne, z. B. für den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL oder für den PsychiatrieVerbund. Insgesamt bewirtschaftet der LWL Mittel von über 9,5 Mrd. Euro. Eine weitere wichtige Aufgabe der Landschaftsversammlung ist die Wahl der Verwaltungsspitze, also des Landesdirektors sowie der Landesräte (Dezernenten).

Neben der Landschaftsversammlung gibt es die Fachausschüsse und weitere Gremien, in denen die eigentliche fachliche Arbeit stattfindet.

Inklusion und Gesundheit als Leitgedanke

Ein Fokus der Arbeit der rund 21.000 Beschäftigten des LWL liegt darauf, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und sich für deren gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft einzusetzen. Inklusion prägt die Aufgaben in weiten Teilen des Verbands, etwa in den Inklusionsämtern, in den 35 Förderschulen und 21 psychiatrischen Kliniken, in Pflegezentren und Wohnverbünden. Der LWL ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung.

Kultur in und für Westfalen

Auch im Bereich der Kultur nimmt der LWL eine zentrale Rolle in Westfalen-Lippe ein. Er betreibt unter anderem 18 Museen. Verschiedene wissenschaftliche Kommissionen erforschen und bewahren das kulturelle Erbe der Region. Darüber hinaus unterstützt der Kommunalverband Kulturinstitutionen und -projekte und fördert den kulturellen Austausch.

Woher kommt der Begriff Landschaftsverband?

Der Begriff Landschaft, der den Namen des Verbandes prägt, stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und geht auf die einzelnen Landstände innerhalb eines Herrschaftsgebietes zurück. Diese wurden auch als Landschaften bezeichnet. Heute stellt der Name weniger eine geografische Verbindung her, als vielmehr die Verbundenheit einer Bevölkerung mit ihrem Kulturraum. Für ein starkes Westfalen-Lippe setzt sich der LWL auch weiterhin ein.



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