LWL-Report Wohnen: Wie wollen wir leben?

2017 LWLReportIm neuen LWL-Report blickt der Fraktionsvorsitzende der FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL),  Stephen Paul,  auf Nachfragen in die Zukunft. Wie können in Zukunft mehr Menschen mit und ohne Behinderung zusammenleben, was heißt das für die Stadtentwicklung? Wie leben wir künftig in unseren Dörfern und Städten zusammen? Jüngere und Ältere, Menschen mit und ohne Behinderung. Ein spannendes neues Dossier des LWL, zu dem Stephen Paul auf Nachfragen einige Gedanken mit Blick in die Zukunft beigetragen hat:

Bitte werfen Sie einen Blick in die Zukunft: Wie stellen Sie sich in zehn Jahren die ideale Wohnform für einen älteren Menschen mit Behinderung vor?

Idealerweise wohnt jeder Mensch solange es geht selbstbestimmt. Wenn nötig, gewährleisten Verwandte oder Freunde die beste Versorgung. Das Miteinander von Jung und Alt prägte ja viele Jahrhunderte unsere Gesellschaft. Kein Pflegedienst und keine Technik werden mit so viel liebevoller Fürsorge älteren Menschen helfen, wie es Familienangehörige gewöhnlich tun. Viele Familien leben aber heute nicht mehr so nahe beieinander. Auch sind die pflegenden Angehörigen oft selbst schon älter und mit der Aufgabe überlastet. Daher sollte jeder älter werdende Mensch überlegen, ob seine bisherige Wohnform zukunftsfit ist und sich über Hilfen informieren.

Welche Weichen stellen Sie beim LWL, um Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsames Wohnen in ihrem gewohnten Umfeld in den Dörfern und Städten Westfalen-Lippes zu ermöglichen?

Die behinderten Menschen sollen möglichst in der Gegend wohnen bleiben können, wo sie zuhause sind. Dafür brauchen wir subsidiär konzipierte Wohnformen, die in bestehende dörfliche Strukturen und Stadtteile eingebettet sind. Menschen helfen dort einander und leben nicht neben- sondern miteinander. Auf diese Weise wird die Erledigung der Alltagsgeschäfte für die meisten behinderten Bewohner möglich bleiben und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben fortgeführt werden können. Sollte ein Wohnortwechsel unvermeidbar sein, soll der LWL unterstützen, dass sich die betroffenen Menschen in ihrem neuen Umfeld schnell einleben können.

Was müsste sich in der Gesellschaft weiterentwickeln, damit Menschen mit und ohne Behinderungen auch im Alter generationsübergreifend zusammenleben können?

Die Verantwortung für Mitmenschen ist in unserer Gesellschaft immer mehr auf den Staat übertragen worden. Generationenübergreifendes Zusammenleben wird nur dann gelingen, wenn die Übernahme von Verantwortung füreinander wieder gelebt wird. Was kann Politik dafür tun? Beispielsweise steuerliche Anreize geben. Sofern diese wirken, wird es noch Zeit brauchen, um spürbare Erfolge zu erreichen.

 

Den LWL Report Wohnen: Wie wollen wir leben? finden Sie unter:

https://www.lwl-report.de/

 

 

 

 

 



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