Regionalpolitiker der FDP besuchen Glashütte Gernheim

Bildunterzeile von links: Dr. Thomas Reinbold, Martin Koke, Alfred Edelhoff, Gerhard Stauff, Frank Schäffler MdB, Kai Abruszat, Heinz Dingerdissen, Arne Hermann Stopsack, Joachim Hasselmann, Dr. Karin Holthaus, Reinhard Broich und LWL-Landesrätin Judith Pirscher

Die diesjährige Klausurtagung des FDP-FW-Fraktionsarbeitskreises Kultur im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fand in Ostwestfalen statt. In diesem Rahmen besuchten die Mitglieder um Arbeitskreisleiter Kai Abruszat (Stemwede) und dem Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack (Hemer) auch das LWL-Museum Glashütte Gernheim in Petershagen. Begleitet wurden sie dabei vom lokalen Bundestagsabgeordneten und Bezirksvorsitzenden Frank Schäffler.

Das frühindustrielle Fabrikdorf Gernheim ist auf seine Weise ein absolut einmaliges Museum. Große Teile davon sind erhalten geblieben: neben dem Glasturm Arbeiterhäuser, die zu den ältesten in Westfalen gehören, genauso wie das Wohnhaus der ehemaligen Hüttenbesitzer und die alte Korbflechterei. Im Gespräch mit Museumsleiterin Dr. Karin Holthaus informierten sich die Politiker über die jetzt anstehenden Planungen des neuen Ausstellungs- und Eingangsgebäudes. Damit soll das Museum nach außen deutlicher sichtbar und besucherfreundlicher werden; auch ein Museumscafé gehört zu dem Modernisierungsprogramm.

„Wir erhoffen uns von der Baumaßnahme des neuen Ausstellungs- und Eingangsgebäudes mit Museumscafé einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen“, so Kai Abruszat und Arne Hermann Stopsack. „Auch die exponierte Lage an der Weser kann mit einem eigenen Anleger für Fährschiffe am Hafen dazu beitragen. Darüber müsse man sich intensiver mit der Gemeinde, der Nachbarschaft und den örtlichen Tourismusanbietern zusammensetzen, um das Potential des Museums für ein Breitenpublikum auszuschöpfen. Auch kann der Weserradweg intensiver mit dem Museumsangebot der Glashütte Gernheim beworben werden. Das Museum ist ein wahrer Rohdiamant, den man an einigen Stellen noch etwas schleifen muss“. Frank Schäffler hob hervor, dass Ostwestfalen viele hervorragende Attraktionen zu bieten habe, wie z. B. den Kaiser-Wilhelm an der Porta Westfalica oder die Schachtschleuse in Minden. „Wir müssen in vielen Bereichen nur intensiver zusammenarbeiten und die Einrichtungen und Träger sowie Kommunen besser vernetzen, um so auch mehr Menschen außerhalb unserer Region zu erreichen“, so Schäffler.

Als besondere Attraktion wird in der Glashütte Gernheim das handwerkliche Können praktisch unter Beweis gestellt. Vor den Augen der Besucher werden sowohl Gebrauchs- als auch Kunstgegenstände aus Glas im historischen Glasturm von 1826 geblasen. Die Ergebnisse können dann auch käuflich erworben werden. Damit wird das Wissen um die Glasblastechnik bewahrt. Dieses Wissen ist dabei keineswegs auf künstlerische Dinge beschränkt, sondern auch für technische Anwendungen erforderlich, so dass das Museum auch hier regelmäßig unterstützend tätig wird.

Außerdem werden in der Glashütte Gernheim immer wieder Künstler zusammengeführt und Sonderausstellungen veranstaltet. Jungen Glasmachern und Designern wird die Möglichkeit gegeben, eigene künstlerische Objekte zu kreieren und umzusetzen. Aktuell zeigt die Glashütte Gernheim die Sonderausstellung „Le forme del vetro – Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano“ mit hochkarätigen venezianischen Glasobjekten aus dem 19. Jahrhundert.

Im Jahr 2015 hat die deutsche Unesco-Kommission die manuelle Glasfertigung zum „Immateriellen Kulturerbe“ erklärt. Seinerzeit waren der Museumsverein Glashütte gemeinsam mit dem Industriemuseum Glashütte Gernheim unter anderem mit Antragssteller. Mit dieser Aufnahme wird die Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas enorm aufgewertet.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger des Museums arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden.

Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.



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