Europa im Klassenzimmer der Gesamtschule Hemer

In der Gesamtschule Hemer von links: Reinhard Broich, Heinz Dingerdissen, Katja Vaihinger, Kai Hartmann, Marion Lendermann, Arne Hermann Stopsack, Philip Schmidtke-Mönkediek, Berit Seidel und Gerhard Stauff

Der FAK Schule und Jugend der FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) um dessen Leiter Reinhard Broich und den Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack besuchte im Rahmen der diesjährigen Klausurtagung die auch Gesamtschule Hemer.

Dort wurden die FDP-FW-Politiker von Schulleiter Kai Hartmann und Sonderschulpädagogin Katja Vaihinger zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch empfangen. Ziel des Gespräches war es, aus Perspektive einer Regelschule Praxis und die Chancen des gemeinsamen Lernens zu erfahren. Immerhin werden an der Gesamtschule 63 Schüler und Schülerinnen inklusiv unterrichtet. Es galt aber auch zu erörtern, wo im Schulalltag Grenzen und Probleme sind sowie die Frage, ob Förderschulen und Regelschulen in bestimmten Bereichen kooperieren können.

Deutlich wurde, dass gerade bei schwerstmehrfach behinderten Schülerinnen und Schülern die fachlich spezialisierten und technisch bestens ausgestatteten Förderschulen der beste Lernort sind und bleiben. Im weiteren Gespräch wurde über den Lehrermangel diskutiert, insbesondere Sonderpädagogen fehlen. Der Grund für: Die Ausbildung dauert mit durchschnittlich sieben Jahren extrem lang. In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell nur drei Universitäten, an denen man Sonderpädagogik studieren kann. Gerade für die Studienabsolventen sind dann die Ballungsgebiete auch die bevorzugten Arbeitsorte, worunter der mehr ländlich und kleinstädtisch geprägte Raum zu leiden hat.

Als Fazit des Gespräches zogen Arne Hermann Stopsack und Reinhard Broich: „Auch an Regelschulen wird sehr gute Arbeit mit Kindern, die Förderbedarf haben, geleistet. Aber dies geht nur bis zu einem gewissen Punkt, zumal die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf steigt. Die Förderschulen des LWL bieten vielen Kindern die besten Chancen, schulisch bestens auf ihr weiteres Leben vorbereitet zu werden. Außerdem sind bei Pflege und Therapie Regelschulen gar nicht in der Lage, die Angebote der Förderschulen zu ersetzen.“

Laut Hartmann und Vaihinger wird die Arbeit von Schulsozialarbeitern in allen Schulformen immer wichtiger, denn immer mehr Kinder sind auf Hilfe angewiesen. Bei den vielen Problemlagen muss eine Schule kompetente Ansprechpartner bieten, denn die Lehrer können nicht alles auffangen. Schulsozialarbeiter haben eine neutrale Stellung und können somit Schülern, Lehrern und Eltern eine Beratung bieten, die versucht den besten Weg für alle zu finden.

Wichtig war der Schulleitung, die FDP-FW-Politikern darauf aufmerksam zu machen, dass die Gesamtschule seit 2018 Europaschule ist. Schon am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass die Gesamtschule das Zertifikat „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ erhalten. Damit wird den ca. 1000 Schülerinnen und Schüler der Wert der Europäischen Union im Klassenzimmer vermittelt. Auch bietet die Schule besondere Angebote, beispielsweise im Bereich der Sprachen.

 



Symbol zurückAlle Meldungen

Symbol Info