Die Opfer der Kriegsgefangenenlager des Zweiten Weltkriegs dürfen nicht vergessen werden

Bildunterzeile von links: Reinhard Broich, Gerhard Stauff, Arne Hermann Stopsack, Philip Schmidtke-Mönkediek, Berit Seidel, Heinz Dingerdissen, Eberhard Thomas, Marion Lendermann, Hans-Hermann Stopsack

Mitglieder der FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) waren unlängst auf Initiative des Arbeitskreisvorsitzenden Schule/Jugend, Reinhard Broich (Menden), zu Gast in der Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A in Hemer. Mit dabei war auch der FDP-FW-Fraktionsvorsitzende Arne Hermann Stopsack, der als Gründungsmitglied des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte e. V. die Entstehung und Umsetzung der Gedenkstätte intensiv begleitet und mitgestaltet hat. Diese wurde 2010 nach dem Abzug der Bundeswehr anlässlich der Landesgartenschau eröffnet. Geführt wurden die Regionalpolitiker dabei von Hans-Hermann Stopsack (Gründungsvorsitzender Verein für Hemeraner Zeitgeschichte) und Eberhard Thomas (bis 2018 Stadtarchivar von Hemer).

Auf dem heutigen Gelände des Sauerlandparks in Hemer befand sich in den Jahren von 1939 bis 1945 mit dem Stalag V I A eines der größten Kriegsgefangenenlager des Zweiten Weltkriegs. Detailgetreue Modelle zeigen heute, unter welchen Umständen die ca. 200.000 Kriegsgefangenen, vornehmlich aus der damaligen UdSSR, aber auch aus Polen, Frankreich, Belgien und später auch militärinternierte Italiener, dort leben mussten. Ihr Alltag war bestimmt durch schwere Arbeit, Eintönigkeit der Gefangenschaft, das graue Lager, Krankheiten und die vielen leidvollen Entbehrungen.

Seit vielen Jahren engagiert sich der Verein für Hemeraner Zeitgeschichte, die Erinnerung an das Kriegsgefangenenlager lebendig zu halten und hat dafür gesorgt, dass die Informations- und Gedenkstätte auf dem heutigen Gelände des Sauerlandparks in Hemer entstanden ist. So werden aus den vielen Tausend Gefangenen wieder Gesichter und Lebensgeschichten. Auch für die Angehörigen, besonders aus Frankreich und Russland, ist der Verein Ansprechpartner. Umfangreich ist auch die Forschungs- und Dokumentationsarbeit; erst 2018 erschien die Neuauflage des Standardwerks über das Stalag in Hemer.

Bei der Konzeptionierung der Informations- und Gedenkstätte war das LWL-Museumsamt aus Münster mit seinem umfangreichen Beratungsangebot, seinen Serviceleistungen und gezielten finanziellen Fördermaßnahmen ein wertvoller Ratgeber. Anlässlich der Eröffnung der Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A hat der LWL 2010 eine DVD „Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer“ herausgebracht. Die mit einem umfangreichen Begleitheft versehene Edition vermittelt anschaulich und eindrücklich, was zwischen 1939 und 1945 überall in Deutschland Realität war: die Internierung, Ausbeutung und Misshandlung von Millionen Menschen.

„Es ist wichtig, dass der LWL sich besonders als Partner der kleineren Museen und Ausstellungstätten, die häufig von Vereinen betrieben werden, versteht und so sicherstellt, dass jenseits der Ballungsräume Kultur und Geschichte weiterhin eine angemessene Rolle spielen“, so Arne Hermann Stopsack und Reinhard Broich. „Wenn man sieht, dass es vielen Museen immer schwerer fällt, Ehrenamtler für die aufwendige Arbeit zu finden, wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Museumslandschaft in Westfalen-Lippe steht. Der LWL kann hier Impulsgeber und Berater sein. Hinzu kommt noch, dass die Erwartungen der Besucher und Besucherinnen an Ausstellungen immer größer werden, was die Kosten für diese immer mehr in die Höhe treibt.“

 

 

 



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