FDP-FW-Fraktion im LWL informiert sich über das Bauen mit Holz in Olsberg

Foto im Zentrum HOLZ Vordere Reihe von links: Arne Hermann Stopsack, Martin Schwarz, Alfred Edelhoff, Heinz Dingerdissen und Gerhard Stauff Hintere Reihe von links: Joachim Hasselmann, Martin Koke, Guido Schneider, Reinhard Broich und Dr. Thomas Reinbold

Ein Schwerpunktthema der diesjährigen Klausurtagung des FDP-FW-Fraktionsarbeitskreises Bauen und Umwelt im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) um den Fraktionsarbeitskreisleiter Alfred Edelhoff und den Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack war „Bauen mit Holz“. Dazu führten die Politiker im Zentrum HOLZ in Olsberg ein Fachgespräch mit Martin Schwarz von Wald und Holz NRW.

„Im Zentrum HOLZ und dem angeschlossenen Cluster I.D. HOLZ arbeiten die Akteure und Unternehmen der Holzbranche sowie Wald und Holz NRW seit 2012 erfolgreich zusammen. Am Cluster I.D. HOLZ nehmen derzeit mehr als 50 Partnerunternehmen teil. Der Standort des Zentrum HOLZ liegt im südwestfälischen Olsberg inmitten einer bundesweit bedeutsamen Schwerpunktregion der Forst- und Holzwirtschaft und in direkter Nähe zu den urbanen Zentren Nordrhein-Westfalens. Ziel der Akteure im Zentrum HOLZ ist es, den Wissenstransfer und die Kommunikation zur Holzverwendung im Bauwesen weiter voranzutreiben“, so Martin Schwarz.

Bauen mit Holz liegt aufgrund seiner Nachhaltigkeit gerade in Zeiten des Klimawandels voll im Trend. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen ist Holz eine nachwachsende Ressource. Holzbauprodukte fungieren als Kohlenstoffspeicher, substituieren energieintensive und fossil geprägte Baumaterialien und reduzieren so in erheblichem Maße die bei der Herstellung von Gebäuden anfallende graue Energie. Durch moderne Entwicklungen, neue Produkte und einen hohen Vorfertigungsgrad ist das Bauen mit Holz technologisch inzwischen anderen Bauweisen mindestens ebenbürtig.  Für die großen Herausforderungen beim Bauen in den Städten im Hinblick auf Bevölkerungszuwachs, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Flächenverbrauch stellt der moderne Holzbau also sehr gute Lösungen bereit. Ein weiterer Vorteil ist das wesentlich bessere Innenraumklima und die spürbare Behaglichkeit. Doch wie sieht es mit Bränden in Holzgebäuden aus, sind diese gefährlicher? Dieses Vorurteil stimmt so nicht. So gelten für Holzbauten dieselben Anforderungen an den Brandschutz wie für mineralische Gebäude. Die Umsetzung erfolgt durch brandschutztechnisch geprüfte Bauteile und Konstruktionen, z.B. durch eine Bekleidung der Holzbauteile mit Gipswerkstoffen. Massive Holzbauteile bilden zudem im Brandfall durch Verkohlung der Außenzonen eine Schutzschicht aus, die wegen ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit den weiteren Abbrand erheblich verzögert. Dadurch ergibt sich bei entsprechender Dimensionierung eine hohe Feuerwiderstandfähigkeit.

Der Klimaschützer Wald übernimmt vielfältige Schutz und Erholungsfunktionen. Gleichzeitig leisten die nachhaltige Waldbewirtschaftung und ressourcenschonende Holzverwendung einen wichtigen Beitrag zu Beschäftigung und Wertschöpfung in den ländlichen Räumen. „Die Wertschöpfungskette vom Waldbauern bis hin zum fertigen Produkt oder Bau ist in NRW auch wirtschaftlich von Bedeutung und sichert viele Arbeitsplätze. Ganz wichtig ist dabei die Vernetzung aller Beteiligten“, so Alfred Edelhoff, der selber viele Jahre an leitender Stelle in der Fortverwaltung gearbeitet hat.

„Auch der LWL ist sich seiner Verantwortung bewusst und lässt jetzt das neue Gebäude im LWL-Freilichtmuseum Detmold als Modellprojekt für nachhaltiges Bauen errichten“, erläutert Arne Hermann Stopsack. „Im Landschaftsausschuss wurde Anfang des Jahres auch mit den Stimmen unserer FDP-FW-Fraktion der Baubeschluss gefasst, dass ein ökologisch intelligenter Neubau entsteht, der mit möglichst wenig Energie auskommt. Maßgebende Konstruktions- und Ausbaubereiche werden in Holz nach den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens ausgeführt. Darüber hinaus sollen recycelte Materialien verwendet werden. Das Gebäude wird voraussichtlich im Jahr 2023 fertiggestellt.“

Im weiteren Verlauf der Tagung haben sich die Mitglieder der FDP-FW-Fraktion im LWL im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV) Bodo Strototte auf dem Kahlen Asten über den aktuellen Stand informiert. Der LWL ist mit rund 22 Hektar Grundeigentümer der größten Fläche der insgesamt 36 Hektar umfassenden Hochheide, die das Naturschutzgebiet bildet. Im Jahr 2004 übernahm die LWL-Tochtergesellschaft WLV die Immobilie des Astenturmes vom LWL. „Wir werden in diesem Haus modernisieren“, so Bodo Strototte. Es gibt Überlegungen, den Eingangsbereich zu verlegen sowie einen Wintergarten anzubauen, damit die Besucher auch bei schlechtem Wetter den tollen Ausblick über die Hochheide genießen können.

In diesem Zusammenhang soll auch die Ausstellung in der dortigen Außenstelle des LWL-Museum für Naturkunde zeitgemäß angepasst und aufgewertet werden.



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