Der LWL verleiht seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Arnold Maxwill aus Dortmund

Karl-Heinz Dingerdissen (li) mit dem Preisträger Arnold Maxwill

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat Arnold Maxwill aus Dortmund für seine Forschungen der westfälischen Literatur mit dem LWL-Preis für westfälische Landeskunde ausgezeichnet. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger überreichte die Auszeichnung am Mittwoch, 2. September in Münster. Für die FDP-FW-Fraktion im LWL nahm Karl-Heinz Dingerdissen an der Veranstaltung teil.

Der 1984 am Niederrhein geborene Maxwill lebt heute in Dortmund. Er studierte an den Universitäten Münster und Wien Deutsche Philologie, Kunstgeschichte und Philosophie. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 2010 war er als Projektmitarbeiter bei der LWL-Literaturkommission für Westfalen tätig. Im Jahr 2014 bearbeitete und verzeichnete er den Nachlass von Autor Heinrich Schürmann im Westfälischen Literaturarchiv des LWL-Archivamtes und kuratierte dazu eine Ausstellung im Museum für Westfälische Literatur, Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde. Von 2014 bis Juni 2018 war Maxwill im Archiv des Fritz-Hüser-Instituts Dortmund beschäftigt, seitdem ist er als freiberuflicher Lektor, Herausgeber und Literarturwissenschaftler tätig.

Arnold Maxwill hat viele Aufsätze zur westfälischen Literatur geschrieben und hat mehrere Anthologien, Sammelbände und Neuausgaben herausgegeben. Schwerpunkt war dabei die Arbeiterliteratur. Maxwill hat beispielsweise den Nachlass des Dortmunder Arbeiterschriftstellers Erich Grisar aufgearbeitet und dessen Romane „Ruhrstadt“, „Cäsar 9“ und „Heinrich Volkmann“ in Erstausgabe veröffentlicht. Außerdem hat der Literaturwissenschaftler drei Anthologien zur Ruhrgebietsliteratur vorgelegt.

In ihrer Rede hob Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger hervor, dass Maxwill „ein schier atemberaubendes Portfolio landeskundlicher Arbeiten vorgelegt“ hat. Maxwill habe im übertragenen Sinn Schwerstarbeit geleistet, er habe an dicken Sammelbänden mitgearbeitet, selbst solche Bände initiiert und herausgebracht sowie als Team-Player an vielen Gemeinschaftsprojekten mitgewirkt. „Das alles lässt sich unter dem Begriff Pionierarbeit zusammenfassen, die sich nicht in irgendeiner Nische abspielt, sondern weitere Früchte trägt und in diesem Fall besonders der Literatur des Ruhrgebiets zugutekommt, das durch die Arbeiten von Arnold Maxwill literarisch neu vermessen, neu kartographiert wird“, sagte Rüschoff-Parzinger.

Prof. Dr. Moritz Baßler, Vorsitzender der LWL-Literaturkommission, würdigte die landeskundlichen Verdienste des Preisträgers: „Arnold Maxwill interessiert sich für die ‚Risse, Fugen, Wölbungen‘ der westfälischen und Ruhrgebietsliteratur. Und das bedeutet, kulturgeschichtlich relevante literarische Erzeugnisse der Region auf der Höhe ihrer Komplexität zu präsentieren: Weder die heimattümelnde Verklärung mitzumachen noch auch sie triumphierend zu entlarven, sondern mündigen Leseren den Ort dieser Literatur, ihren Status, ihre Würde, aber auch ihre bedenklichen Seiten zugänglich zu machen und gleichzeitig das Ganze so zu präsentieren, dass es als ästhetisches Produkt auch für sich selbst stehen und wirken kann. Das ist das Maxwill’sche Projekt.“



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