FDP macht sich stark für LWL-Industriemuseum im Siegerland

Arne Hermann Stopsack, Alexander Arens, Gudio Schneider und Guido Müller

Gemeinsam setzen sich die FDP-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein und die FDP-FW-Fraktion im LWL dafür ein, das industrielle Erbe der Region Siegen-Wittgenstein zu bewahren und museal entsprechend zu präsentieren.

„Das Siegerland hat eine lange Industriekultur, die sollte in der westfälischen Museumslandschaft abgebildet werden“, sagt Guido Müller, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag Siegen-Wittgenstein. „Das spiegelt sich aber in der Museumslandschaft von Land und Landschaftsverband bis jetzt nicht wider.“  Um dies in Zukunft zu ändern, haben sich die zuständigen Fachpolitiker der Freien Demokraten im Kreis und im Landschaftsverband zusammengefunden und gemeinsam beschlossen, hier in ihren jeweiligen Bereichen aktiv zu werden.

So haben die Freien Demokraten jetzt einen weitreichenden Antrag in den Kreistag eingebracht, mit dem Landrat und Kreisverwaltung beauftragt werden sollen, sowohl mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), wie auch mit potentiellen Partnern vor Ort die Schaffung eines Standorts des westfälischen Industriemuseums anzugehen.

Die breite Unterstützung gibt es auch von Seiten der FDP-FW-Fraktion in der Landschaftsversammlung. Die gemeinsame Fraktion von Freien Demokraten und Freien Wählern hat ihren eigenen Antrag vorbereitet, der im Juni in Münster beraten werden soll. „Wir haben dieses Thema schon länger auf der Agenda, in der Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Kreis ist der Zeitpunkt gekommen, unsere Idee in die Tat umzusetzen“, beschreibt es Arne Hermann Stopsack, der Fraktionsvorsitzende in der Landschaftsversammlung. Im Antrag wird der Landschaftsverband aufgefordert, einen neuen Museumsstandort im Siegerland zu prüfen und nach Kooperationspartnern zu suchen.

„Aktuell ist der LWL mit keinem Museumsstandort im Siegerland vertreten. Die Darstellung der Industriegeschichte, besonders der Montanindustrie, erfolgt derzeit stark ruhrgebietszentriert, das kann nicht dem Anspruch des LWL entsprechen“, so Guido Schneider, heimscher Vertreter in der FDP-FW-Fraktion. Aus Sicht der Freien Demokraten ist die historische Aufarbeitung und Forschung der langen Industriekultur der Region eine wichtige Aufgabe. Die Chancen dazu stehen gut, denn bislang ist der Kreis Siegen-Wittgenstein kein einziges Mal berücksichtigt, aber gleich acht Museen zur Industriegeschichte „knubbeln“ sich im Ruhrgebiet.

Dabei ist das Siegerland eines der ältesten Industriereviere in Europa. Der Bergbau im Siegerland hat eine etwa 2.500 Jahre alte Geschichte, die bis auf die Kelten zurückdatiert werden kann. Die Region war lange von der Eisenerzgewinnung und dessen Weiterverarbeitung geprägt. Der aktive Bergbau fand erst 1965 sein Ende. Zudem zählt noch heute die metallverarbeitende Industrie zu den stärksten Industriezweigen im Siegerland. Die Region ist historisch eine der ältesten Industrieregionen Europas.

Umso überraschender, dass das in der musealen Aufbereitung so aktuell kaum stattfindet. Das wollen die Freien Demokraten ändern und geben deshalb Anstoß, einen Standort der LWL-Industriemuseen im Siegerland zu etablieren. Die Bedingungen für ein Museum sind rund um Siegen und in den Gemeinden ideal. Neben engagierten Vereinen und Heimatforschern bietet sich vor allem die Universität Siegen, die IHK und die heimischen Familienunternehmen als potentieller Partner an. „Wir können uns eine Forschungszusammenarbeit sowohl mit den Historikern, als auch dem Maschinenbau vorstellen. Pädagogik und Didaktik hat in Siegen einen traditionell hohen Stellenwert, das zusammen wird einen Museumsstandort sehr aufwerten. Die Region hat starke Kooperationspartner“, so Guido Müller und Arne Hermann Stopsack. Erste Gespräche mit den anderen im Kreistag vertretenen Fraktionen und dem Landrat waren durchaus positiv.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat ein westfalenweites Kulturnetz aufgebaut, zu diesem zählen insgesamt 18 Museen und zwei Besucherzentren, sechs wissenschaftliche Kommissionen zur landeskundlichen Forschung sowie spezifische Kulturdienste. Die Kulturabteilung des LWL bündelt und koordiniert die Belange dieser Kultureinrichtungen und nimmt eine wichtige Rolle im Bereich Kulturförderungen und Kulturpartnerschaften ein. Ziel der LWL-Kultur ist es, das kulturelle Erbe Westfalen-Lippes zu bewahren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Der Landschaftsverband verfügt über die größte Kompetenz bei diesem Thema Museen. Also sollte sich der LWL dem historischen Eisenbergbau und der Eisen- und Stahlindustrie im Siegerland annehmen. Das ist eine der Kernaufgaben der LWL-Kultur“, macht der kulturpolitische Sprecher der FDP-FW-Fraktion, Alexander Arens, deutlich.



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