FDP und Freie Wähler im LWL besuchen Ausstellung „Geschichte der Dinge“ im Museum Wilhelm Morgener in Soest

von links: Eckhard Gläsker, Dr. Ute Koch, Heinz Dingerdissen, Alexander Arens, Arne Hermann Stopsack und Isabell Christiani

Die deutlich sinkenden Inzidenzen haben dazu geführt, dass wieder Kultur vor Ort möglich ist. So haben inzwischen fast alle Museen wieder geöffnet, wenn auch unter gewissen Auflagen. Die Kulturpolitiker der FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nutzten diese wiedergewonnenen Freiheiten zu einem Besuch im Museum Wilhelm Morgener, um die vom LWL-Museumsamt erstellte Ausstellung „Geschichte der Dinge“ zu besichtigen und sich über das Thema Provenienzforschung auszutauschen.

In den Fokus der Museumsarbeit rückt in den letzten Jahren immer stärker die Herkunft von Museumsobjekten, die Provenienzforschung. Besondere Herausforderungen bestehen zum Beispiel in Deutschland durch Kunstraub während der NS-Zeit und bei der sogenannten Beutekunst bzw. Raubkunst. Darüber hinaus hat vor allem der Bericht über die Restitution afrikanischer Kulturgüter seit 2018 zu intensiven Diskussionen und neuen Forschungen zur Provenienz solcher Kulturgüter aus kolonialen Kontexten geführt.

Um das Thema zu erörtern, trafen sich jetzt die Mitglieder des FDP-FW-Fraktionsarbeitskreises Kultur im LWL um ihren Arbeitskreisleiter Alexander Arens (Geseke) und den Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack (Hemer) im Museum Wilhelm Morgner in Soest. Hier sprachen sie mit der wissenschaftlichen Referentin für das südliche Westfalen, Dr. Ute Christiane Koch vom LWL-Museumsamt für Westfalen und der wissenschaftlichen Volontärin für  Provenienzforschung Isabell Christiani über die Entwicklungen der Provenienzforschung. Bei der Führung durch die Wanderausstellung, die gemeinsam von LWL und LVR initiiert wurde, vermittelte Frau Dr. Koch anhand von vielen Alltagsgegenständen nachvollziehbar und spannend die unterschiedlichen Facetten des Themas.

Weiterhin berichtete Dr. Ute Christiane Koch, dass die Landesregierung NRW und die beiden Landschaftsverbände LWL und LVR eine Koordinationsstelle für Provenienzforschung gründen. Sie soll Museen, Archive und Bibliotheken bei der Erforschung der Herkunft von Sammlungsstücken unterstützen.

„Der Fall Gurlitt oder die Bronzen aus dem ehemaligen Königreich Benin machen die Spannbreite aktueller Provenienzforschung deutlich. Allerdings kann abseits der „großen Kunst“ schnell übersehen werden, dass auch bei kleinen Exponaten ein verfolgungsbedingter Entzug möglich ist“, so Alexander Arens und Arne Hermann Stopsack. „Deshalb finden wir die Wanderausstellung als besonders gelungen, um für das Thema zu sensibilisieren“.

Die Ausstellung „Geschichte der Dinge“ zeigt eine große Bandbreite auf, die Besucherinnen und Besucher eindrucksvoll dazu einlädt, sich mit Thema Provenienzforschung auseinanderzusetzen. Während bei Ausstellungen zum Thema Provenienzforschung meist nur ein Sammlungsbereich (z. B. ethnologische Sammlungen), ein Sammler oder ein Museum im Fokus stehen, widmet sich die LWL-Ausstellung erstmals in Deutschland dem gesamten Themenbereich: Insgesamt zehn Kapitel beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Entzugskontexten wie zum Beispiel NS-verfolgungsbedingtem Entzug, Kolonialismus oder DDR-Unrecht, mit verschiedenen Objektgruppen wie Judaika, aber auch mit Akteuren und Strukturen. Die zentrale Frage: Woher kommt das Objekt? Dabei kann die Ausstellung mit 50 Leihgaben nicht immer Antworten oder konkrete Lösungen präsentieren.

 

Weitere Stationen der Wanderausstellung:

Museum und Forum Schloss Homburg, Nümbrecht 20. Juni bis 15. August 2021
Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn 26. August bis 17. Oktober 2021
Deutsches Textilmuseum Krefeld 24. Oktober 2021 bis 2. Januar 2022
Stadtmuseum Düsseldorf 9. Januar bis 6. März 2022



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