LWL beschließt Beteiligung an Stiftung der Gedenkstätte Stalag 326

Foto: Atelier-Brückner GmbH

Die Abgeordneten im Landschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben sich Anfang Oktober für eine LWL-Beteiligung an der Stiftung „Gedenkstätte Stalag 326“ in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) ausgesprochen. Für die FDP-FW-Fraktion stimmte Arne Hermann Stopsack der Vorlage zu.

Zusammen mit dem Land NRW, dem Förderverein, den Kreisen Lippe, Höxter und Herford, Minden-Lübbecke, Gütersloh, Paderborn sowie den Städten Schloß Holte-Stukenbrock und Bielefeld macht sich der LWL für die Neukonzeption der Gedenkstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock stark, mit der eine erinnerungskulturelle Lücke geschlossen werden soll.

Das Kriegsgefangenenlager Stalag 326 (VI K) war in den Jahren 1941 bis 1945 mit über 300.000 Menschen zentraler Bestandteil eines Lagersystems für überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, das u.a. den größten industriellen Ballungsraum Deutschlands – das Ruhrgebiet – mit Zwangsarbeitern versorgte. Gemessen an der Gesamtzahl der Gefangenen, die das Lager durchlaufen haben, war es das vermutlich Größte im Deutschen Reich.

Nach dem Willen der LWL-Abgeordneten wird sich der LWL mit zehn Millionen Euro an den Investitionskosten beteiligen. Bund und Land tragen jeweils 25 Millionen Euro. Damit ist ein Neubau geplant, in dem Ausstellungsräume, Veranstaltungsräume, das Magazin, die Bibliothek, Lagerräume sowie die Büroräume der Verwaltung untergebracht sein sollen. Der LWL-Anteil an den Betriebskosten könne bis zu 55 Prozent der jährlichen Betriebskosten betragen, so der Beschluss, was nach jetzigem Planungsstand rund 3,1 Millionen Euro im Jahr bedeuten würde. Auch hier gilt der Vorbehalt, dass sich die Kommunen mit 25 und das Land NRW mit 20 Prozent beteiligen.

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Am 8. Mai 2015 forderte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede aus Anlass des 70. Jahrestages des Kriegsendes auf dem Ehrenfriedhof, die sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem „Erinnerungsschatten“ zu holen. Von Landtagspräsident André Kuper wurde ein überparteilicher und ebenenübergreifender Lenkungskreis aus Politikern und Politikerinnen, Interessenvertretern und Initiativen eingerichtet mit dem Ziel, die Gedenkstätte Stalag 326 zu einem Gedenkort von nationaler und internationaler Bedeutung zu entwickeln. Der LWL wurde mit der Umsetzung beauftragt. Im Herbst 2020 hatte er einen Förderantrag bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien eingereicht, der von der beratenden Expertenkommission positiv beschieden wurde.

„Die sowjetischen Kriegsgefangenen sind die zweitgrößte Opfergruppe des Zweiten Weltkrieges, aber bisher kaum in der Erinnerungskultur präsent. Es ist gut, dass sich dies jetzt ändern wird. Die FDP-FW-Fraktion steht hinter der neuen Gedenkstätte“, so Alexander Arens als kulturpolitischer Sprecher der Fraktion und Arne Hermann Stopsack als Fraktionsvorsitzender. „Der LWL hat die Fachkunde, solch ein Projekt zu stemmen und entsprechend zu betreiben. Wir erwarten aber als Fraktion auch, dass der finanzielle Rahmen eingehalten wird und die (laufenden) Kosten für den LWL nicht am Ende höher liegen.“



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