LWL verleiht Preis für westfälische Landeskunde an die Historikerinnen Susanne Abeck aus Essen und Dr. Uta Schmidt aus Dortmund

Auf dem Foto (von links nach rechts): Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kultur-Dezernentin Susanne Abeck und Dr. Uta C. Schmidt, Preisträgerinnen Klaus Baumann, Vorsitzender der LV Westfalen-Lippe Heinz Dingerdissen, Rat für Westfälische Landeskunde Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für Westfälische Regionalgeschichte

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat Susanne Abeck aus Essen und Dr. Uta Schmidt aus Dortmund für zahlreiche gemeinsame Projekte und Forschungen der westfälischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit dem mit 3.100 Euro dotierten LWL-Preis für westfälische Landeskunde ausgezeichnet. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger überreichte die Auszeichnung am 16.11. im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund. Für die FDP-FW-Fraktion nahm Heinz Dingerdissen, der Mitglied im Rat für Westfälische Landeskunde ist, an der Veranstaltung teil.

„Susanne Abeck und Uta Schmidt haben in jahrzehntelanger ehrenamtlicher und freiberuflicher Tätigkeit für die Forschung und Vermittlung der westfälischen Landeskunde wegweisende Arbeiten vorgelegt, unter anderem zur Geschichte der Industriekultur, zum ‚Dritten Reich‘ im Ruhrgebiet, zur Migrations-, Arbeiter-, Frauen- und Geschlechtergeschichte, zur Erinnerungskultur im Ruhrgebiet sowie zur Unternehmens- und Konsumgeschichte“, heißt es in der Begründung des Rates für westfälische Landeskunde. „Darüber hinaus haben beide durch ihre ehrenamtliche Arbeit mit einer außergewöhnlichen Bandbreite an unterschiedlichen Vermittlungsformaten wie Publikationen, Ausstellungen, Medienbeiträgen und Internetangeboten – von dem bundesweit beachteten Internetportal zur Frauengeschichte über Blogs bis hin zu Podcast-Serien – ein ungewöhnlich breites Publikum aller Altersstufen für die Landeskunde begeistert“, so der Rat weiter.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, besonders den aktiven Wissenstransfer der Historikerinnen: „Landesgeschichte ist nicht die Geschichte des Landes, sondern der Menschen. Und genau dort verorten die beiden Preisträgerinnen ihre Projekte: In der Gesellschaft, die ihre Gegenwart dank der Forschungen von Susanne Abeck und Uta Schmidt besser verstehen kann.“

Die 1962 in Essen geborene Abeck studierte an der Ruhr-Universität Bochum Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft. Nach dem Studium war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ausstellung „Feuer & Flamme“, hat drei Jahre lang freiberuflich für das Rheinische Industriemuseum in Oberhausen gearbeitet und war von 1998 bis 2009 Geschäftsführerin des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher. 2009 hat sie sich mit einem Büro für Geschichtskommunikation selbstständig gemacht. Daneben ist sie als Lehrbeauftragte an der Ruhr-Universität Bochum und als Dozentin der Museumsakademie „Musealog“ in Emden tätig.

Die heute in Dortmund lebende Schmidt wurde 1958 in Herne geboren. Sie studierte Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, 1992 promovierte sie an der Universität Bielefeld zum Thema „Theorie-und Methodenprobleme einer feministisch perspektivierten Geschichtswissenschaft“. Schmidt war Mitarbeiterin verschiedener Forschungsprojekte an den Universitäten Bonn und Hannover sowie am Zentrum für Zeithistorischen Forschung Potsdam und beim Kreis Steinfurt. Seit 2008 ist sie Projektleiterin und Autorin von „Frauen.ruhr.geschichte“. Von 2009 bis 2017 war sie Lehrbeauftragte an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2017 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW.
Seit 2019 arbeiten Abeck und Schmidt gemeinsam an der Drehbuchentwicklung „heimat ver*rückt“, einer stadtgeschichtlichen Ausstellung im Ruhrtal Museum Schwerte.

Der LWL vergibt seinen LWL-Preis für westfälische Landeskunde (früher Förderpreis) jährlich an ehrenamtlich engagierte Personen, die einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur westfälischen Landeskunde leisten. Er soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer Universität oder Forschungseinrichtung in ihrer Freizeit wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.

 

 



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