„Museum under construction“ – LWL-Freilichtmuseum Detmold stellt das Bauen in den Mittelpunkt der Saison

Bildunterzeile von links: Vorsitzender der LV Klaus Baumann, Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen, LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und FDP-FW-Fraktionsvorsitzender Arne Hermann Stopsack

Am Sonntag wurde das Themenjahr „MUSEUM UNDER CONSTRUCTION – Museum im Aufbau“ im LWL-Freilichtmuseum Detmold eröffnet, wozu auch Arne Hermann Stopsack als Fraktionsvorsitzender und Eckard Gläsker als Mitglied im Kulturausschuss gekommen waren.

Foto: LWL

Das Leben ist manchmal eine Baustelle – ein Satz, der auf das LWL-Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe) und die kommende Saison besonders gut zutrifft. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) widmet sich in diesem Jahr dem Thema Bauen. Dabei nimmt nicht nur das geplante neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude Gestalt an, das Museum beleuchtet an großen Stationen im Außengelände auch wichtige Aspekte des Bauens wie Materialwahl oder Nachhaltigkeit. Dort dürfen die Besucher auch einiges selbst ausprobieren.

Mit dem Baubeginn für das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude startet nicht nur eine Großbaustelle, es bedeutet auch eine Veränderung für die Ausrichtung des LWL-Museums. „Dass wir dort künftig deutlich größere Ausstellungen zeigen und einen ganzjährigen, barrierefreien Zugang zu dem Gebäude und der neuen Parkanlage ermöglichen, bedeutet, dass wir auch viel mehr Chancen haben, auf aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen einzugehen und besondere Depotschätze oder Leihgaben zu zeigen“, erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Dieser Auf- und Umbau wird im Themenjahr „Museum under construction“ in den Mittelpunkt gerückt. So thematisieren drei große Geländestationen an der Töpferei, im Paderborner Dorf und im Sauerländer Dorf die Baustoffe Lehm, Holz und Öko-Beton, die schwerpunktmäßig im Neubau Verwendung finden sollen.

Neben vielen Informationen dazu, wie diese Baustoffe eingesetzt werden und wie nachhaltig sie sind, dürfen Besucher auch Hand angelegen. Junge und erwachsene Museumsgäste können die Ärmel hochkrempeln und selbst Lehm formen, Löcher bohren oder Holzverbindungen testen.

In einem Bauwagen erleben die Museumsgäste bereits das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude bei einer dreidimensionalen Tour und gewinnen einen Eindruck von den Räumen. Entsprechend der ökologischen Ausrichtung des Museums will der LWL den Gebäudekomplex möglichst umweltschonend errichten und CO2-neutral betreiben.

„Das Modellprojekt ‚Ecosights‘, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird, verdeutlicht, welchen Weg der LWL mit dem Neubau gehen möchte – den Weg für ein Museum der Zukunft“, so Rüschoff-Parzinger. „Ein Team von Wissenschaftlern und -innen der Technischen Hochschule OWL, des iFE-Instituts für Energieforschung und der Universität Bochum erarbeitet für dieses Bauvorhaben Lösungsansätze, die Modellcharakter für andere Museumsbauten haben sollen. Damit wird das Gebäudeensemble neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und zukunftsweisende Technologien setzen.“
Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe ist ein zentraler Aspekt für die Gestaltung des Neubaus.

„Wir wollen einen Teil des Neubau-Daches begrünen, Regenwasser, Erdwärme sowie Photovoltaikanlagen nutzen und umweltfreundliche, regional vorhandene Rohstoffe wie Lehm und Holz verwenden. Damit werden wir, was den Energiebedarf des Neubaus angeht, ohne fossile Rohstoffe auskommen und das Gebäude autark betreiben“, ergänzt Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen.

 



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