LWL-Preise 2022 verliehen – Auszeichnung für besonderes bürgerschaftliches Engagement

Der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Klaus Baumann (2.v.re) und LWL-Direktor Löb (li.) mit den Preisträgern Foto: LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde fünf Vereine und Gruppen mit den LWL-Preisen 2022 ausgezeichnet. Die Auszeichnungen verleiht der LWL alle zwei Jahre für besonderes bürgerschaftliches Engagement. LWL-Direktor Matthias Löb und Klaus Baumann, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, überreichten die mit je 2.000 Euro dotierten Preise. Die Feierstunde mit anschließendem Empfang fand im Erbdrostenhof in Münster statt, der „besten“ Stube des Landschaftsverbandes. Neben den Geehrten und ihren Mitstreitern waren die Landesräte des LWL, Vertreter der politischen Gremien des LWL sowie Vertreter der Mitgliedskommunen mit dabei. Für die FDP-FW-Fraktion waren neben dem Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack auch Fraktionsgeschäftsführerin Birgitt Vomhof dabei; ebenso LWL-Landesrat Urs Frigger.

Folgende Personen/Vereine wurden ausgezeichnet:

B-Side ist ein weitgehend ehrenamtlich tätiges Kollektiv, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Hill-Speicher am Stadthafen I vor einer privatwirtschaftlichen Nutzung zu schützen. Zum B-Side-Kollektiv gehören verschiedene Bürger-Projekte: Das „Kleinheim“ ist ein kleine mobile Schlafhütte für wohnungslose Menschen, die vom Regel-Hilfesystem nicht erreicht werden. Sie bietet ein Mindestmaß an Privatsphäre und einen sicheren Platz zum Schlafen. „Baggerfly Effect“ ist ein theaterpädagogisches Projekt, an dem auch Menschen mit psychischen Einschränkungen teilnehmen. „Zuhören statt wegschauen“ gibt den Menschen eine Stimme, deren Heimat der Bremer Platz, der Hauptbahnhof und andere dunkle Ecken der Stadt sind. Das „Radeln ohne Alter“ fördert die berufliche Integration von langzeitarbeitslosen Menschen und begleitet sie im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten, die sie wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranführen sollen. Geführte Rikscha-Touren ermöglichen es Senioren und Seniorinnen und Menschen mit Behinderungen, ihre Stadt „auf neuen Wegen“ zu entdecken. Die „4tel-Küfa“ kocht kostenlos für ca. 50 Menschen an öffentlich zugängigen Orten. Der „Hansa Fairteiler“ ist ein Ort, zu dem alle Menschen Lebensmittel bringen und kostenlos von dort mitnehmen dürfen.

Der LWL-Jugendpreis geht in diesem Jahr an die Bigger Jugend, einem Zusammenschluss der Jugendgruppen von Messdienern und der Kolpingjugend Bigge. Die Bigger Jugend hat sich während der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche stark gemacht und ist mit ihren Angeboten auf große Resonanz bei Kindern und Jugendlichen gestoßen. Zu diesen Angeboten gehörten ein interaktiver Wanderweg, eine Fotorallye, ein Outdoor-Live-Escape Room, digitale Angebote wie eine Kneipen-Quiznacht oder ein Online-Weihnachtswichteln. Außerdem hat die Bigger Jugend Kinder- und Jugendstammtische gegründet, Aktionstage und Ausflüge organisiert. Die Jugendlichen wurden auch auf politischer Ebene aktiv: Aufrufe zu Kommunal- und zur Bundestagswahl, ein „Live Jugend Polittalk“ spiegeln das jugendpolitische Engagement wider.

Mit dem Psychiatriepreis zeichnete der LWL die „Flaschenkinder Iserlohn e.V.“ aus. Der Verein hat sich gegründet, um Kindern deren Eltern an Alkoholismus erkrankt sind, einen Weg zu zeigen, mit der Krankheit ihrer Eltern besser umgehen zu können. Zur Zeit engagieren sich 21 ehrenamtliche Mitarbeiter unterschiedlicher Altersgruppen, die alle auf ein Schicksal als Kind aus einer Betroffenen-Familie zurückblicken.

Der Gesundheitspreis ging an Sven Borchert aus Dortmund, der sich als Vorstandsmitglied im Verein „Projekt Ankommen“ für Geflüchtete engagiert. Der Arzt im Ruhestand begleitet und berät seit vielen Jahren Geflüchtete und hilft ihnen anzukommen. Seine Schwerpunkte sind die Hilfen in Gesundheitsfragen, er begleitet die Geflüchteten zu Behörden und Ärzten. Er setzt eigenes Geld für die Belange seiner Betreuten ein, indem er zum Beispiel Corona-Tests oder Fahrkosten zahlt. Zurzeit hilft er beim Aufbau einer Anlaufstelle für Geflüchtete und deren Familien mit Autismus, Asperger und ähnlichen Beeinträchtigungen.

Seinen Kulturpreis hat der LWL an den „Shademakers Carnival Club e.V.“ aus Bielefeld verliehen. Shademakers veranstalten seit über 20 Jahren den Bielefelder „Carnival der Kulturen“, um Brücken zwischen Kulturen zu bauen und Zeichen für Inklusion in der Region zu setzen. Höhepunkt ist ein großer Umzug durch Bielefeld, an dem auch eine inklusive Gruppe und queere Aktivisten und -innen teilnehmen. Der Carnival der Kulturen hat sich in den letzten Jahren zu einem Anziehungspunkt für die Menschen aus Bielefeld entwickelt. Mit 2.000 Akteuren in ca. 70 Gruppen aus der Region, dem In- und Ausland und 100.000 Zuschauer an den Straßen vereinigt und begeistert der Carnival der Kulturen Menschen quer durch alle Generationen.

 



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