Westfälisches Gespräch ein voller Erfolg

Bildunterzeile von li.: Arne Hermann Stopsack, LWL-Landesrat Urs Frigger, Dirk E. Haas, Prof. Christian Schlüter und Philip Schmidtke-Mönkediek

Mit der Veranstaltungsreihe „Westfälische Gespräche“ bietet die FDP-FW-Fraktion im LWL seit Jahren politischen Entscheidungsträgern aus dem gesamten Landesteil Westfalen-Lippe eine Gelegenheit zum fachlichen Austausch, Kennenlernen, Wiedersehen und zur Diskussion an.

„Nachhaltiges und modernes Bauen“ lautete das Thema des 14. Westfälischen Gesprächs der FDP-FW-Fraktion im LWL in der vergangenen Woche. Ca. 50 interessierte Kommunalpolitiker sind der Einladung gefolgt und konnten vom Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack und dem baupolitischen Sprecher Philip Schmidtke-Mönkediek im Plenarsaal des LWL-Landeshauses in Münster begrüßt werden.

Die Teilnehmer hörten einleitend Impulsvorträge von drei Bauexperten.

Zunächst ging Urs Fabian Frigger, LWL-Landesrat Bauen, auf die Möglichkeiten seitens des LWL ein, nachhaltig zu bauen. Dabei verwies er auf die politischen Beschlüsse, bis 2030 klimaneutral zu werden sowie auf die Gebäudeleitline für nachhaltiges Bauen. Als Praxisbeispiel hob er hierbei besonders das neu entstehende Eingangs- und Veranstaltungsgebäude des Freilichtmuseums Detmold hervor, das vor kurzem den 2. Preis des nationalen „polis-Award“ in der Kategorie „Ökologische Wirklichkeit“ in Düsseldorf erhalten hat.

Nächster Redner war Prof. Christian Schlüter, geschäftsführender Gesellschafter der ACMS Architekten GmbH und auch Vorsitzender des Gestaltungsbeirates der Stadt Dortmund. Mit vielen Zahlen zeigte er, wo CO2 entsteht und wie es sich im Stoffkreislauf verhält. Vor allem die klassischen Bauten aus mineralischen Baustoffen haben einen hohen Ressourcenverbrauch und sind deshalb wenig nachhaltig.

Prof. Schlüter führte den Anwesenden vor Augen, inwiefern der CO2-neutrale Baustoff Holz auch wirklich CO2 neutral ist und wie Holz durch werkseitige Vorfertigung der Holztafelelemente zur Bauzeitverkürzung beiträgt und darüber hinaus für eine deutlich verbesserte Öko-Bilanz sorgt.

Weiter wurde verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit beim Bau auch heißt, die Gebäude umnutzbar zu planen. So empfiehlt Prof. Schlüter, die Zwischendecken bzw. das Skelett des Gebäudes, aus Beton zu errichten und alle nicht-tragenden Strukturen aus Holztafelelementen zu bauen. Dadurch können Wände flexibel von Etage zu Etage aber auch nach jahrelanger Nutzung verändert werden.

Den Abschluss der Impulsvorträge machte Dirk E. Haas, Stadtplaner, Stadtforscher und geschäftsführender Partner im Büro Reflex Architects-Urbanists. Er lebt und arbeitet in Essen und beschäftigt sich aktuell vornehmlich mit Projekten an den Schnittstellen von Bildung, Architektur und Stadt, mit gesamtstädtischen Entwicklungskonzepten sowie der Erprobung neuer Formen und Formate von Raumentwicklung.

Haas erläuterte anschaulich, wie bestehende Objekte effizienter genutzt werden können. Schließlich bedeutet eine möglichst lange Nutzung von Objekten, dass an anderer Stelle nicht neu gebaut werden müsse, was wiederum zu Einsparungen von Ressourcen führt.

Mit der Planungs-Phase Null werden Betroffene außerdem in den Planungsprozess mit einbezogen, was gerade bei pädagogischen Einrichtungen nicht nur zu einer veränderten Raumnutzung führt, sondern unter Umständen auch den Weg bereitet für einen veränderten Lehransatz. Die frühzeitige Einbindung der Nutzer verhindert so im Bauprozess kostspielige Umplanungen.

Im Anschluss an die Vorträge moderierte Philip Schmidtke-Mönkediek eine Frage und Diskussionsrunde, in der einige Punkte noch einmal vertieft beleuchtet wurden.

 Nach dem offiziellen Teil kamen die Teilnehmer in der Bürgerhalle zusammen, wo bei einem kalten Buffet und Getränken der persönliche Austausch gepflegt wurde.



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