Ausstellung „Heimat gestalten – Westfalen erzählen. Der Westfälische Heimatbund von 1915 bis heute“ eröffnet

Seit mehr als 100 Jahren prägt der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) das Verständnis von „Heimat“ in Westfalen mit. Doch was bedeutet „Heimat“ eigentlich? Wie haben sich Vorstellungen von Heimat im Laufe der Zeit verändert – und welche Rolle spielte dabei der WHB?

 

Diesen Fragen gehen der Westfälische Heimatbund e. V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte mit der Ausstellung „Heimat gestalten – Westfalen erzählen. Der Westfälische Heimatbund von 1915 bis heute“ nach. Die Präsentation ist Teil des von der LWL-Kulturstiftung geförderten Projekts „Der Westfälische Heimatbund im 20. und 21. Jahrhundert: Heimatmachen im gesellschaftlichen Wandel zwischen 1915 und 2025“.

 

Zur Ausstellungseröffnung am 19. Januar 2026 in der Bürgerhalle im LWL-Landeshaus in Münster kamen über 60 Gäste aus Ehrenamt, Kultur, Wissenschaft und Politik zusammen, darunter auch Arne Hermann Stopsack als Fraktionsvorsitzender der FDP-FW-Fraktion im LWL.

 

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Westfälischen Heimatbundes, Landesdirektor Dr. Georg Lunemann, führte der Projektleiter und Historiker André Siegel in die Ausstellung ein und stellte zentrale Fragestellungen sowie inhaltliche Schwerpunkte vor.

Im Anschluss diskutierten WHB-Vorsitzender Dr. Georg Lunemann, WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers sowie der Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, Prof. Dr. Malte Thießen, in einer von Gisbert Strotdrees moderierten Gesprächsrunde über den Wandel des Heimatbegriffs, den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Verbandsgeschichte sowie die Bedeutung von Heimatengagement in einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft.

 

In der Geschichte des Heimatbundes bündelt sich wie unter einem Brennglas der gesellschaftliche Wandel in Westfalen. An der Arbeit des WHB lassen sich Veränderungen des Heimatbegriffs ebenso nachvollziehen wie Wandel von Raumbezügen und Gruppenzugehörigkeiten, von Teilhabe, bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt, vom Verhältnis zwischen Stadt und Land, zwischen Natur und Mensch sowie zwischen Westfalen und der Welt.

 

Die Ausstellung beleuchtet die unterschiedlichen Konzepte von Heimat, die der WHB im Laufe seiner Geschichte vertreten hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Deutungen von Westfalen, die sich nicht nur in mentalen Bildern, sondern auch in territorialen Zuschreibungen äußern. Diese unterschiedlichen Antworten prägten sowohl die Wahrnehmung der Region als auch das Selbstverständnis des WHB. Zudem zeigt die Ausstellung die Entwicklung des Verbandes von 1915 bis in die Gegenwart. Die sich wandelnden Strukturen, Handlungsfelder und Haltungen spiegeln die gesellschaftliche Transformation wider. Daraus ist ein WHB entstanden, der sich heute entschieden für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe einsetzt und gesellschaftsrelevante Themen sowie die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Ehrenamts in den Fokus nimmt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar 2026 im LWL-Landeshaus in Münster zu sehen. Im Anschluss wird die Roll-up-Ausstellung als Wanderausstellung an verschiedenen Stationen in Westfalen präsentiert.



Symbol zurückAlle Meldungen

Symbol Info
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner