10-jähriges Jubiläum LWL-Behandlungszentrum West in Salzkotten

Ein Jahrzehnt psychiatrische Versorgung auf Augenhöhe: Am vergangenen Freitag feierte das LWL-Behandlungszentrum West in Salzkotten mit Tagesklinik und Ambulanz sein zehnjähriges Bestehen, wozu auch Arne Hermann Stopsack für die FDP-FW-Fraktion angereist war.

 

Seit der Eröffnung im Jahr 2016 hat sich die Einrichtung als unverzichtbares Bindeglied zwischen stationärer Krankenhausbehandlung und ambulanter Therapie im westlichen Kreis Paderborn etabliert.

 

Als vor zehn Jahren die ersten Patienten in die hellen Räumlichkeiten nahe dem Salzkottener Krankenhaus einzogen, war das Konzept des „Krankenhauses ohne Bett“ für viele in der Region noch neu. Heute ist die Bilanz eindeutig: Das Modell ist eine Erfolgsgeschichte. Rund 20 Plätze bietet die Tagesklinik, die organisatorisch zum LWL-Klinikum Paderborn gehört, und die Nachfrage ist ungebrochen.

 

 

 

„Unser Ziel war es von Anfang an, Menschen in psychischen Krisen eine hochintensive Therapie zu ermöglichen, ohne sie aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen“, erklärte die Klinikleitung im Rahmen der Jubiläumsfeier. Das Besondere: Die Patienten verbringen den Tag von acht bis 16 Uhr in der Klinik, nehmen an einem engmaschigen Programm aus Einzel- und Gruppengesprächen, Ergo- und Bewegungstherapie teil, kehren aber jeden Abend in ihre eigenen vier Wände zurück. Dies sei vor allem für Menschen mit Depressionen, Angststörungen oder Burnout-Syndromen ein entscheidender Vorteil. Der Bezug zum Alltag bleibe gewahrt, was die spätere Rückkehr in den Beruf und das Familienleben deutlich erleichtere.

 

Die von Jan Hendrik Unger moderierte Feierstunde bot nicht nur Raum für offizielle Grußworte, u. a. vom Paderborner Landrat Christoph Rüther, sondern vor allem für den Rückblick auf eine dynamische Dekade. Vertreter des Trägers Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie des stellv. Bürgermeisters der Stadt Salzkotten würdigten das Engagement des multiprofessionellen Teams. Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Sozialarbeiter arbeiten in Salzkotten Hand in Hand. Besonders betont wurde die gute Vernetzung vor Ort. Durch die enge Kooperation mit niedergelassenen Ärzten und dem benachbarten St. Josefs-Krankenhaus seien kurze Wege für die Patienten geschaffen worden. Für die Klinik hielt PD Dr. Christine Norra als Ärztliche Direktorin der LWL-Klinik Paderborn einen Rück- und Ausblick. Eine Bilanz aus der Innenperspektive zogen Kerstin Albrecht (Pflegerische Leitung) und Daniela Engelbrecht (FA für Psychiatrie und Psychotherapie). Den Abschluss des offiziellen Teils bildete der Vortrag „Einsamkeit begegnen – Versorgung aus biopsychosozialer Perspektive“ von PD Dr. Friederike Böhlen und Jelena Couley.

 

Trotz der feierlichen Stimmung blieb ein nachdenklicher Unterton nicht aus: Der Bedarf an psychiatrischen Behandlungsplätzen ist in den letzten Jahren eher gestiegen als gesunken. Die Tagesklinik Salzkotten sieht sich jedoch gut gerüstet. Mit der Erfahrung aus zehn Jahren wolle man das Therapieangebot stetig weiterentwickeln und an die modernen Anforderungen der Gesellschaft anpassen.

Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste – darunter auch viele ehemalige Wegbegleiter – die Gelegenheit, bei einem Imbiss ins Gespräch zu kommen und die Räumlichkeiten zu besichtigen.

 



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