Besuch der Zeche Hannover in Bochum

Wie soll es mit dem LWL-Museum Zeche Hannover in Bochum baulich und inhaltlich weitergehen? Um diese Frage zu beantworten, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger des Museums eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die aktuell in den politischen Gremien diskutiert wird.

Unlängst waren Politiker der FDP-FW-Fraktion im LWL vor Ort, um sich einen unmittelbaren Eindruck zu verschaffen und sich fachlich mit den Verantwortlichen auszutauschen. So konnte die Museumsleiterin Carolin Freitag den Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack, seinen Ersten Stellvertreter Prof. Dr. Thomas Reinbold, Jonathan Dammermann sowie Alexander Arens begrüßen. Begleitet wurden sie auch von Cornelia Bauer von der LWL-Kulturverwaltung. Nach einem ausführlichen Rundgang über das Gelände und durch die Gebäude setzte man sich in den Verwaltungsräumlichkeiten, die in denkmalgeschützten Siedlungshäusern vom Ende des 19. Jahrhunderts untergebracht sind, zusammen. Nach einer detaillierten Präsentation der Machbarkeitsstudie diskutierte man die möglichen Handlungsoptionen. „Die Zeche Hannover ist ein besonderer Ort, besonders für ein technik- und industriegeschichtliches Publikum. Zudem bietet die Zeche Knirps für Kinder tolle Spielmöglichkeiten. Die Machbarkeitsstudie zeigt auf, was noch möglich ist. Bei aller Begeisterung dafür muss man aber immer die finanzielle Situation der kommunalen Familie im Auge haben, die die Investitionen und die Unterhaltung bezahlen muss. Es ist deshalb sinnvoll, die einzelnen Module zu priorisieren und zuerst die Dinge anzugehen, die keine hohen Kosten verursachen“, so das Fazit der FDP-FW-Fraktion nach dem Besuch.

Die Zeche Hannover in Bochum war eines der bedeutendsten Steinkohlenbergwerke im Ruhrgebiet. Die Zeche Hannover entstand 1857 auf einem Acker am Rande der Bauernschaft Hordel und erhielt ihren Namen nach dem Wohnsitz ihres Gründers Carl Hostmann im damaligen Königreich Hannover. 1872 kaufte der Essener Industrielle Alfred Krupp die Zeche Hannover zur Versorgung seiner Gussstahlfabrik mit hochwertiger Kohle und errichtete im nahe gelegenen Günnigfeld die Schachtanlage Hannover III. Mit dem Bau eines Kraftwerks, einer neuen Kokerei und des neuen Förderschachtes V wurde die Zeche Hannover bis 1908 zur Großzeche ausgebaut. Bis zu ihrer Schließung förderte die Zeche Hannover vor allem Kohle, die für die Industrieproduktion und Energieversorgung von großer Bedeutung war.

Mit dem Ende des Kohlenbergbaus und dem Rückgang der Bedeutung von Steinkohle in der Energieerzeugung begann in den 1960er Jahren der langsame Wandel der Region. Das ehemalige Bergwerksgelände der Zeche Hannover, das über viele Jahrzehnte ein Industriegebiet geprägt hatte, wurde zunehmend für andere Zwecke genutzt.

1973 wurde die Zeche Hannover als letztes Bergwerk in der ehemaligen Bergbaustadt Bochum stillgelegt. 1979 erfolgte der Abriss einiger der Betriebsgebäude. Nur die ältesten – der Malakowturm mit Maschinenhalle sowie das Grubenlüftergebäude – blieben als Industriedenkmal erhalten. 1981 übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Zeche Hannover in sein Westfälisches Industriemuseum und restaurierte die Gebäude. Das Museum wurde eingerichtet, um die Geschichte des Bergbaus und der Industrialisierung im Ruhrgebiet lebendig zu halten und zu vermitteln. Insbesondere wollte man mit dem Museum ein Bewusstsein für die kulturelle Bedeutung des Bergbaus schaffen und die Erinnerungen an eine vergangene Epoche bewahren.

Heute ist die Zeche Hannover ein bedeutendes Industriemuseum und ein Symbol für die industrielle Geschichte der Region. Das Museum stellt die Arbeitsbedingungen der Bergleute, die Technik des Kohlenabbaus und die Entwicklung der Zeche über die Jahre dar. Zahlreiche Exponate und eine original erhaltene Fördermaschine geben den Besuchern Einblicke in den Arbeitsalltag und die Entwicklungen im Bergbau. Zudem dient das Museum als ein Ort der Erinnerung, an dem sich sowohl die Geschichte des Ruhrgebiets als auch die Geschichten der Menschen, die in dieser Industrie arbeiteten, anschaulich nachvollziehen lassen. Die Zeche Hannover ist somit ein kulturelles Erbe, das sowohl in historischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht von Bedeutung bleibt.



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