FDP-FW-Fraktion tagt im LWL-Jugendhof Vlotho

 

Die Sommer-Fraktionsklausurtagung der FDP-FW-Fraktion im LWL fand am vergangenen Wochenende in einer LWL-eigenen Einrichtung statt, nämlich im Jugendhof Vlotho. Vorsitzender Arne Hermann Stopsack begrüßte die Regionalpolitiker der Freien Demokraten und Freien Wähler zu einem intensiven Wochenende mit verschiedenen Themenblöcken.

Die Tagung begann mit einem Austausch mit Romy Blanke, Verwaltungsleiterin des Jugendhofes, die die Fraktionsmitglieder über das Gelände führte und über Geschichte und Profil der Einrichtung referierte.

Das LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho gehört zu den ältesten Bildungsstätten Deutschlands. Seit 1954 ist es eine überregionale Fort- und Weiterbildungseinrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe.

Seine Geschichte reicht allerdings weiter zurück. Auf dem Amtshausberg in Vlotho errichteten die Nationalsozialisten 1938 die HJ-Bannführerschule „Herzog Widukind“. Dort wurden Funktionäre der Hitlerjugend im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie ausgebildet. Die Anlage war damit Teil der systematischen nationalsozialistischen Jugenderziehung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Ort grundlegend umgenutzt. Angesichts der Erfahrungen von zwölf Jahren Nationalsozialismus sollte jungen Menschen nun demokratisches Denken und Handeln vermittelt werden. Im Mai 1946 wurde in den ehemaligen Räumlichkeiten der erste Jugendhof der britischen Besatzungszone eröffnet. Der Jugendhof entwickelte sich zu einem Ort der Begegnung, des gemeinsamen Lernens, Diskutierens und praktischen Handelns.

Seit Mitte der 1970er-Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend von der unmittelbaren Jugendarbeit auf die Fort- und Weiterbildung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe. Diese Ausrichtung prägt den Jugendhof bis heute. Seine Geschichte macht den Ort zugleich zu einem besonderen Beispiel dafür, wie ein ehemaliger Schauplatz nationalsozialistischer Jugenderziehung nach 1945 zu einem Ort demokratischer Bildungsarbeit weiterentwickelt wurde.

Romy Blanke stellte ausführlich dar, wie sich in den letzten Jahren (auch seit Corona) die Nachfrage verschoben habe und wie sich auch Themen von Fortbildung verschieben. Sie stellte die Arbeit in den großen gesellschaftlichen Zusammengang, wo die Herausforderungen in den Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen sowie für die kommunalen Jugendämter immer anspruchsvoller würden. Jährlich übernimmt der LWL fast 900.000 Euro zur Finanzierung des Jugendhofs, der aber auch selbst durch Drittveranstaltungen Mittel generiert.

„Für uns als FDP-FW-Fraktion ist der Jugendhof Vlotho unverzichtbar und ein weithin anerkanntes Flaggschiff des LWL. Bei allen unverzichtbaren Konsolidierungsbemühungen muss der Kern dieser wichtigen Arbeit gesichert sein“, fasste Stopsack die Position der Fraktion zusammen.

 



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